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Gesundheit

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu detailliert auf die verschiedenen Krankheiten eingehen, sondern vor allem aufzeigen, mit welchen Vorbeugungsmaßnahmen man die Gesundheit der Katze beeinflussen kann. Bietet man der Katze eine optimale Ernährung mit hochwertigem Futter und befolgt man nachfolgende Gesundheitsvorsorge, dann hat man schon sehr viel dafür getan, um etwaigen Krankheiten so wenig Angriffsfläche wie möglich zu geben. Auch das psychologische Umfeld hat eine große Wirkung auf die Gesundheit - wie ja auch bei uns Menschen. Das Tier sollte also in einem artgerechten Umfeld leben und entsprechend Zuwendung durch den Menschen und/oder Artgenossen erhalten. Je gesünder das Tier, desto widerstandsfähiger ist es gegen Krankheiten.


Impfungen:

Es gibt momentan 5 schwere Krankheiten, gegen die man eine Katze impfen lassen kann:

- Tollwut
- Katzenschnupfen
- Katzenseuche
- Leukose
- FIP (Feline Infektiöse Peridonitis)

Freilaufende Katzen sollte man auf jeden Fall gegen alle 5 Krankheiten impfen lassen. Bei Wohnungskatzen reicht normalerweise eine Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Kommt die Katze allerdings mit fremden Artgenossen in Kontakt (z.B. in einer Tierpension), dann ist auch da eine 5fach-Impfung zu empfehlen. In Tierpensionen sind Impfungen meist vorgeschrieben (wenn nicht, dann handelt es sich nicht um eine seriöse Pension).

Die Impfabstände betragen 1 Jahr für alle Impfungen außer Tollwut. Für die Tollwut gibt es seit neuestem einen Impfstoff, der 2 Jahre hält. Man muss bei manchen Tierärzten allerdings explizit danach fragen und bekommt diese Information nicht automatisch. Sollte es sich bei den Impfungen um Erstimpfungen handeln, dann muss nach 3 bis 4 Wochen eine Impf-Auffrischung gemacht werden und erst dann tritt der jährliche Rhythmus ein. Das bedeutet also nach der Erstimpfung zwei Impftermine pro Jahr und Katze: Tollwut, Katzenschnupfen und Katzenseuche werden in der Regel mit nur einer Spritze (Kombi-Präparat) geimpft, zumindest in dem Jahr, in dem die Tollwut-Impfung wieder dran ist. Bei einem zweiten Termin (mindestens 4 Wochen Abstand) können dann die Leukose- und FIP-Impfungen verabreicht werden.


Parasiten:

Freilaufende Katzen werden häufig durch Flöhe und Zecken geplagt. Bei Wohnungskatzen sind Parasiten eher selten, aber auch da kann es einmal passieren, dass man Floh-Eier hereinträgt, die dann schlüpfen und auf die Katze springen. Eine Vorbeugung bei Wohnungskatzen wäre an dieser Stelle aber übertrieben.

Für Freilaufkatzen empfehle ich auf jeden Fall eine monatliche Vorbeugung gegen Flöhe und Zecken, und zwar das ganze Jahr über. Ich persönlich verwende das Produkt „Frontline“. Es handelt sich dabei um ein Spot-on-Produkt, also eine Flüssigkeit, die der Katze 1 x im Monat im Nacken auf die Haut geträufelt wird. Die Flüssigkeit verteilt sich innerhalb von 24 Stunden in den gesamten Hautbereich der Katze und schützt sie dadurch zuverlässig gegen Flöhe und Zecken, die nach dem Zubeißen sofort verenden. Dadurch wird bei Flöhen eine Vermehrung im Keim erstickt, bei Zecken wird verhindert, dass diese sich mit dem Blut der Katze voll saugt und dabei gefährliche Krankheitserreger auf die Katze überträgt oder Allergien auslöst. Flöhe habe ich seit der regelmäßigen Anwendung nie mehr gesichtet, Zecken stechen zwar im Frühjahr und Herbst schon mal zu, sterben aber sofort ab, bleiben also klein und fallen nach einigen Stunden aus. Natürlich sind solche Spot-on-Produkte ziemlich stark und sicherlich nicht ganz unbedenklich, aber leider gibt es im biologischen Bereich bisher nichts wirklich zuverlässiges gegen Flöhe und Zecken.

Flohhalsbänder würde ich nicht empfehlen. Erstens ist sowohl die Katze also auch der Mensch permanent in Kontakt mit den giftigen Wirkstoffen auf dem Halsband, zweitens wirkt das Halsband nur unzuverlässig, drittens birgt ein Halsband immer die Gefahr einer schlimmen Strangulierung, auch bei Wohnungskatzen und auch bei Halsbändern mit Sollbruchstellen. Von ätherischen Ölen (wie z.B. Teebaumöl) sollte man die Finger lassen, weil sie meistens für Katzen ebenfalls sehr giftig sind. Also gehe ich lieber auf Nummer sicher, denn es gibt nichts schlimmeres als eine Floh-Invasion im Haus, das kann jeder bestätigen, der das schon mal erlebt hat.



Entwurmung:

Freilaufkatzen sollten regelmäßig entwurmt werden. Wie oft, hängt entschieden davon ab, ob und wie viele Mäuse die Katze fängt und ob sie diese dann frisst. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein 6-monatiger Rhythmus. Ich empfehle für Freilaufkatzen, die Mäuse fangen und fressen, eine Entwurmung alle 3 Monate, am besten mit abwechselnden Mitteln, damit keine Immunisierung eintritt.

Bei Entwurmungen ist jedoch zu beachten, dass die Mittel keine vorbeugende Wirkung entfalten, sondern nur die sich eventuell im Körper befindlichen Würmer ausschalten. Da man bei einer gesunden Katze den Wurmbefall aber oft gar nicht unbedingt bemerkt, ist eine regelmäßige Entwurmung auf jeden Fall sinnvoll. Viele Wurmarten sind zwar im Kot der Katze zu erkennen (z.B. Bandwürmer oder Spulwürmer), aber gerade Freilaufkatzen verrichten ja oft ihre Geschäfte im Freien und man hat gar keine Chance, eine regelmäßige Kotkontrolle zu machen. Und den - für den Menschen hochgefährlichen - Fuchsbandwurm kann man sowieso nicht erkennen. Alleine deshalb sollte mindestens alle 6 Monate - besser alle 3 Monate - entwurmt werden.

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen weiterhelfen. Gerne beantworte ich aber auch Fragen zu allen Themen unter meiner Kontaktadresse auf der Home-Seite.